Geschichtsschreibung

4 Jahre Erinnermich

4 Jahre Erinnermich

Vier Jahre Erinnermich.eu und heute bereits mein 204. Blogbeitrag: Seit dem Start meines Projekts rücke ich Frauen in den Fokus, die in der klassischen Geschichtsschreibung oft übersehen wurden.

Von der Idee zur Mission

Alles begann vor etwas mehr als 4 Jahren … Damals schrieb ich für die Südtiroler Straßenzeitung zebra. einen Artikel über Herstory - über vergessene Frauen in der Geschichte. Das Thema ließ mich nicht mehr los und schnell war mir klar: Da muss etwas getan werden, um dem Vergessen entgegenzusteuern.

Der Blog Erinnermich.eu - Frauen.schreiben.Geschichte. - wurde geboren. Im Februar 2022 gingen schließlich die ersten Beiträge online. Das war übrigens mein erster Beitrag: Frauen und Geschichte.

  • Ich danke all meinen Leser*innen, die mich seither begleiten!

Dafür steht erinnermich.eu

Der Blog Erinnermich.eu rückt Frauen in den Fokus, die in der klassischen Geschichtsschreibung oft ungehört blieben. Getreu dem Motto Frauen.schreiben.Geschichte. macht das Projekt ihre prägenden Beiträge in Wissenschaft, Philosophie, Kunst und Politik sichtbar.

Das Hauptziel des Blogs ist es, das historische Narrativ zu erweitern und den entscheidenden Platz aufzuzeigen, den Frauen über die Jahrhunderte hinweg eingenommen haben. Wöchentlich erscheinen neue Porträts und Geschichten, die den Bogen von antiken Herrscherinnen bis hin zu modernen Pionierinnen spannen.

Thematische Vielfalt
  • Pionierinnen: Hier werden Frauen vorgestellt, die in ihren Bereichen bahnbrechend waren, wie Ennigaldi-Nanna, die Gründerin des ersten Museums (um 530 v. Chr.), oder die Erfinderin Hedy Lamarr (1914-2000), die tagsüber für den Film die naive Frau spielte, aber hinter den Kulissen als Erfinderin an neuen Techniken tüftelte.

  • Philosophie: Der Blog widmet sich vergessenen Denkerinnen, darunter die Deutsche Philosophin Hedwig Conrad-Martius (1888-1966), die eine eigene Philosophie entwickelte, oder Émilie Marquise du Châtelet (1706-1749), eine Mathematikerin und Philosophin.

  • Frauenrollen und Klischees: Der Blog hinterfragt traditionelle Darstellungen von Frauen, beispielsweise den Mythos der Femme fatale in der Kunst oder das Klischee der Quasselstrippen.

  • Kunst und Literatur: Erfolgreiche Künstlerinnen und Autorinnen wie die Malerin Anna Dorothea Therbusch (1721-1782) oder die Kriegsreporterin Lee Miller (1907-1977) werden porträtiert. Und wussten Sie, dass der erste bekannte Schriftsteller der Menschheitsgeschichte eine Frau war? Sie hieß Enheduanna und lebte im alten Mesopotamien.

Warum ich das mache

Die Geschichte, wie sie oft gelehrt wird, ist unvollständig. Der Blog ergänzt vergessene weibliche Perspektiven und Leistungen und vermittelt somit ein umfassenderes und realistischeres Bild der Vergangenheit. Schließlich wurde die Weltgeschichte nicht nur von Männern geformt.

Sichtbarkeit schafft Vorbilder. Wenn Mädchen und Frauen -aber auch Jungen und Männer- von starken, intelligenten und einflussreichen Frauen der Vergangenheit erfahren, kann sie das für die Gegenwart inspirieren und ermutigen. Es wird deutlich, welche Potenziale Frauen trotz gesellschaftlicher Widerstände entfaltet haben.

Die Anerkennung dieser Leistungen ist ein wichtiger Schritt zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit. Sie zeigt, dass die Annahme, Frauen hätten historisch gesehen wenig beigetragen, falsch ist.

Das Projekt erinnert außerdem daran, dass Geschichtsschreibung oft von den Mächtigen – meist Männern – verfasst wurde. Der Blog fördert einen kritischen Umgang mit historischen Quellen und stellt die Frage: Wer hat hier wen vergessen und warum?

Zeitwunden & Fiona Novale

Durch den Blog bin ich zur Autorin geworden. Unter dem Pseudonym Fiona Novale habe ich im Jahr 2025 den Gesellschaftsroman Zeitwunden veröffentlicht. Der Roman thematisiert Wunden, die Frauen über Generationen hinweg erfahren haben.

Ausblick

Ich freue mich auf die kommenden Jahre und darauf, auch weiterhin andere Perspektiven aufzuzeigen und den einen oder anderen Impuls zu geben. Bleiben Sie neugierig – die nächsten Geschichten warten schon.

Marlene Erschbamer