Geschichtsschreibung

Jagd auf Frauen

Jagd auf Frauen

Der Neandertaler ist eine vor rund 40.000 Jahren ausgestorbene Menschenform, die eng mit dem modernen Menschen, dem Homo sapiens, verwandt ist. Eine Zeit lang lebten sie sogar parallel zu unseren frühen Vorfahren. Die beiden Menschenformen vermischten sich sogar und zeugten gemeinsame Nachkommen, was bis heute in unserer DNA nachweisbar ist.

Neandertaler wurden oft als primitiv abgestempelt. Inzwischen weiß man jedoch, dass sie intelligente und hochentwickelte Wesen waren. Doch was trieb sie dazu, Kannibalen zu werden und Frauen konkurrierender Gruppen zu essen, wie neueste Funde nahelegen?

Neandertaler essen Frauen

Es gibt mehrere Theorien darüber, was die Neandertaler dazu veranlasste, Kannibalismus auszuüben. Kürzlich lieferte die Auswertung von Knochenfragmenten aus der Goyet-Höhle in Belgien neue Erkenntnisse.

Die Überreste stammten von sechs Individuen, darunter vor allem erwachsene Frauen oder Jugendliche sowie zwei Kinder. Diese Funde wurden auf ein Alter von ca. 41.000 bis 45.000 Jahren datiert. Analysen zeigen eindeutig, dass die Individuen nicht Teil der in der Höhle lebenden Gruppe waren, sondern von außerhalb dorthin gebracht wurden.

Dass es sich um Kannibalismus handelt, zeigen die Knochenfunde: Wie bei Tieren wurde das Knochenmark zum Verzehr herausgeschabt - die Spuren sind eindeutig. Zudem weisen die Knochen Schlachtspuren auf, die identisch mit denen an gejagten Tieren wie Rentieren oder Wildpferden sind.

Gründe für Kannibalismus

Die Wissenschaftler führen drei mögliche Theorien an, warum Frauen und Kinder verspeist wurden:

  • Die Neandertaler waren hungrig und fanden keine Alternativen.

  • Da es sich bei den Opfern um Mitglieder fremder Gruppen handelt, wird vermutet, dass der Verzehr als Mittel der Abschreckung oder zur Behauptung eines Territoriums diente.

  • Der gezielte Angriff auf die reproduktivsten und verwundbarsten Mitglieder, also Frauen und Kinder, könnte eine Strategie gewesen sein, um konkurrierende Populationen nachhaltig zu verringern.

Gewalt gegen Frauen

Frauen und Kinder waren schon immer wichtig für das Überleben einer Gruppe. Wurden sie deshalb zu potenziellen Opfern?

Standen die kannibalistischen Taten im Zusammenhang mit Machtdemonstrationen oder waren sie Teil von Fehden zwischen verschiedenen Gruppen? Oder waren es Hungersnöte, die die Neandertaler dazu veranlassten, Frauen und Kinder anderer Gruppen zu essen? Zwischen neuen wissenschaftlichen Funden und Spekulationen liegt vieles im Dunkeln.

Fest steht jedoch: Geschlechtsspezifische Gewalt scheint seit jeher Teil menschlicher Konflikte zu sein, mit denen Rivalen zerstört oder geschwächt werden sollten bzw. sollen.

Fazit

Gewalt gegen Frauen ist seit jeher Teil gewaltsamer Auseinandersetzungen, Fehden und Kriege. Sie ist eine Strategie, eine Art Kriegswaffe, um gegnerische Gruppen zu zermürben. In patriarchalen Denkmustern gelten Frauen nämlich als Besitz der Männer.

Durch Gewalt gegen Frauen soll demonstriert werden, dass die Männer der Gegenseite nicht in der Lage sind, ihre Gemeinschaft zu schützen. Dadurch soll deren Widerstandswillen gebrochen werden. Dies ist bis heute bittere Realität.

Literaturhinweise:

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