Geschichtsschreibung

Jahresrückblick 2025

Jahresrückblick 2025

Lange Zeit wurde Geschichte hauptsächlich von Männern geschrieben. Dadurch gerieten viele bemerkenswerte Frauen in Vergessenheit. Bis heute halten sich zahlreiche Klischees und verwischte Geschichten, die unser aller Denken und Leben beeinflussen.

Der Blog erinnermich.eu ergänzt die gängige Geschichtsschreibung, indem er Frauen und ihre Werke würdigt. Vergessen war gestern. Hier sind einige Erkenntnisse aus 2025:

Frauenrollen & Klischees

Frauen, die anders waren, über Wissen verfügten oder gar wirtschaftlichen Einfluss hatten, galten früher vielerorts als Bedrohung. Solche Frauen landeten nicht selten als Hexen auf dem Scheiterhaufen.

Dies war ein perfides Zusammenspiel aus tief verwurzelter Frauenfeindlichkeit – dem Mythos vom bösen weiblichen Körper – und kaltem, wirtschaftlichem Kalkül – der Verdrängung aus einem profitablen Markt. Die Hexenverfolgung diente als grausam effektives Mittel, um Frauen Macht, Eigentum und Sichtbarkeit zu nehmen.

Das hängt eng mit Idealen zusammen: Wie muss eine ideale Frau aussehen und welche Eigenschaften muss sie mitbringen?

Hartnäckige Mythen

Ideale sind wie festsitzende Mythen. Es sind Vorstellungen von vermeintlicher Perfektion, die es zu erreichen gilt und die meist nicht der Realität entsprechen. Leider hat sich auch im 21. Jahrhundert noch keine Akzeptanz für menschliche Körpervielfalt durchgesetzt.

Zum Nachdenken: Weiter wie bisher?

Über Jahrhunderte hinweg wurden Frauen systematisch auf bestimmte, oft stark vereinfachte Merkmale und Ideale reduziert. Dies diente und dient bis heute dazu, ihre Rolle in der Gesellschaft zu definieren, einzugrenzen und ihre Autonomie einzuschränken. Wollen wir das wirklich weiterhin so leben?

Pionierinnen & Denkerinnen

Dabei haben Frauen seit jeher die Welt maßgeblich mitgestaltet – in allen Epochen und auf allen Erdteilen. Sie haben Dinge erfunden, die unser aller Leben erleichtern.

Beispiele sind Mary Elizabeth Anderson, die Erfinderin des Scheibenwischers, und Sarah „Tabitha” Babbitt, die unter anderem die Kreissäge erfand. Doch kaum jemand kennt ihre Namen …

Frausein ist keine Strafe!

Dass Ideen und Vorstellungen von Frauen nicht immer in ein männliches Weltbild passen, lässt sich in der Geschichte oft beobachten. Noch schlimmer: Das Frausein wurde viel zu oft als Strafe beschrieben.

Während Geburtsschmerzen in vielen Regionen Europas als verdiente Strafe für Frauen interpretiert wurden, vertrat die Ärztin Trota von Salerno bereits im 12. Jahrhundert die Meinung, dass man jeden Patienten entlasten und ihm eine möglichst angenehme Umgebung schaffen sollte – auch bei der Geburt. Wenn nötig, führte sie Kaiserschnitte oder Dammschnitte durch, was anderswo völlig unbekannt war.

Für Gleichberechtigung

Was würde passieren, wenn Frauen da nicht mehr mitspielen und für einen Tag die Arbeit niederlegen würden?

Die Frauen Islands haben uns das auf bemerkenswerte Weise gezeigt. Sie erkämpften sich vor Jahrzehnten mehr Gleichberechtigung, wenngleich sie auch heute noch nicht vollständig gleichberechtigt leben.

Lektion für uns heute

Die Geschichte der Frauen ist geprägt von einem permanenten Kampf um Anerkennung, Würde und grundlegende Rechte. Frauen in die Geschichte zurückzuholen, ist aktive Gegenwartsarbeit.

Indem wir die Frauen und ihre Leistungen der Vergangenheit würdigen, stärken wir die Frauen von heute und auch jene von morgen. Denn nur wer seine Wurzeln in ihrer ganzen Vielfalt kennt, kann eine gerechte Zukunft gestalten.

Zeitwunden

Ein überaus persönliches Highlight in diesem Jahr war die Veröffentlichung meines Romans Zeitwunden unter dem Pseudonym Fiona Novale. Die Arbeit an diesem Blog und die positive Resonanz der Leserinnen und Leser haben mich dazu inspiriert, den Roman zu schreiben, der hauptsächlich in Südtirol spielt.

Zum Inhalt: Therese und Josephine trennen 500 Jahre, und doch haben sie vieles gemeinsam. Können Schicksale von Generation zu Generation weitergegeben werden? Warum wurden und werden Frauen kategorisch unterdrückt und kleingehalten? Zeitwunden ist eine gesellschaftliche Spurensuche.

Ich danke allen, die mich auf diesem Weg begleitet und unterstützt haben!

Fazit

Frauen haben schon immer mehr geleistet als nur Kinder zu gebären oder für eine Mahlzeit zu sorgen. Herstory schafft Raum für die Rollen, Erfahrungen und Errungenschaften von Frauen, die aufgrund ihres Frauseins oft übersehen oder unterbewertet wurden. Doch Herstory ist mehr als eine feministische Perspektive.

Es ist ein Menschenrecht, Menschen unabhängig von Merkmalen wie dem Geschlecht zu würdigen. Das bedeutet, Mauern einzureißen und jedem Kind von klein auf unmissverständlich mit auf den Weg zu geben:

Menschenrechte kennen schließlich kein Geschlecht, keine Hautfarbe, keine Herkunft!

Auch im Jahr 2025 hat der Blog erinnermich.eu dabei geholfen, Herstory zu schreiben und Menschen eine andere Perspektive zu zeigen. Dabei ist mir eines besonders wichtig: Es geht nicht darum, Männer zu degradieren, sondern Frauen einzubeziehen.

In diesem Sinne wünsche ich allen viel Zufriedenheit und Freude!

  • Marlene Erschbamer

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Welche weiblichen Stimmen wurden im Jahr 2025 ins Rampenlicht gestellt? Freuen Sie sich auf eine Auswahl an Höhepunkten!