Pionierinnen

Werkzeug für alle

Werkzeug für alle

Werkzeug für alle - das war ihre Überzeugung. Sie erfand Geräte, die heute noch weltweit Verwendung finden. Doch ihr Glaube verbot es ihr, ihre Erfindungen patentieren zu lassen. Das Resultat? Männer schnappten ihre Erfindung und erhielten die Rechte darauf.

Sarah „Tabitha“ Babbitt (1779-1853) war die Erfinderin der Kreissäge, die aufgrund ihrer Weltanschauung um Anerkennung und Ruhm betrogen wurde.

Erfindung der Kreissäge

Um 1813 soll Babbitt die Ineffizienz der damals verwendeten Sägen festgestellt haben. Während der Vorwärtsbewegung konnte Holz geschnitten werden, während der Rückwärtsbewegung hingegen nicht. Das verschwendete Energie. Inspiriert von ihrem Spinnrad, erfand sie kurzerhand ein kreisförmiges Sägeblatt. Wenn man es am Drehmechanismus befestigte, konnte die Säge effizienter arbeiten. Ihre Erfindung wurde in den umliegenden Sägwerken dankbar aufgegriffen.

Doch sie ließ ihre Erfindung nicht patentieren. Das verbot ihr ihr Glauben. Sie gehörte den christlichen Shakern an, die jeglichen Besitz ablehnen. Die Gemeinschaft steht bei ihnen im Vordergrund, daher sollen alle Erfindungen allen gehören und nicht nur einem Erfinder persönlich.

Diebstahl

Zwei Männer sahen einen Bericht über die große Kreissäge. Sofort erkannten sie das Potenzial und meldeten ein Patent in ihrem Namen an.

Kritiker sagen jedoch, dass es keine eindeutigen Belege dafür gibt, dass die Kreissäge tatsächlich von einer Frau erfunden wurde. Doch ebenso wenig haben diese Kritiker Belege, die das eindeutig widerlegen. Es gibt vielmehr Aufzeichnungen, die den Schluss zulassen, dass Sarah „Tabitha” Babbitt tatsächlich die Erfinderin war.

Weitere Erfindungen

Sarah „Tabitha” Babbitt werden sogar noch mehr Erfindungen zugeschrieben, wenngleich sie keine davon patentieren ließ. So konstruierte sie beispielsweise modifizierte Spinnradköpfe, um die Textilproduktion zu verbessern. Außerdem entwickelte sie eine Technik zur Herstellung von falschen Zähnen, die im Vergleich zu früheren Methoden eine bessere Passform und mehr Komfort bot. Auch wird ihr die Erfindung eines Gerätes zugeschrieben, um Nägel mit einer schmalen, abgewinkelten Form herzustellen, die das Holz nicht spalten.

Gemäß ihres Glaubens erfand sie all das, um der Gemeinschaft zu dienen und Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten. Doch ihr Glaube öffnete ihr gleichzeitig auch die Tür zur Vergessenheit. Eine Frau, die im 19. Jahrhundert maßgeblich Werkzeuge verbesserte und erfand? Für viele ist das bis heute undenkbar.

Literaturhinweise:

  • Miller, M. Stephen. 2010. Inspired Innovations: A Celebration of Shaker Ingenuity. University Press of New England.
  • Montague, Charlotte. 2018. Women of Invention: Life-Changing Ideas by Remarkable Women. Book Sales.
  • Murphy, Wendy. 2024. Oh No He Didn’t! Brilliant Women and the Men Who Took Credit for Their Work. Cynren Press.

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