Maria Karolina von Österreich (1752–1814) war eine Tochter der mächtigen Kaiserin Maria Theresia. Sie zählt zu den politisch einflussreichsten, aber auch umstrittensten Monarchinnen ihrer Zeit.
Als Königin von Neapel und Sizilien wurde sie zu einer erbitterten Gegnerin der Französischen Revolution und somit Napoleons. Zeitgenossen gaben ihr Beinamen wie „die italienische Maria Theresia” oder, weniger charmant, „die Großmutter des Teufels” – in Anspielung auf ihre zahlreichen Kinder, die in viele europäische Fürstenhäuser einheirateten.
Maria Karolina wurde als dreizehntes Kind und zehnte Tochter von Maria Theresia von Österreich geboren. Die Heiratspolitik ihrer Mutter war gnadenlos. Nachdem zwei ihrer älteren Schwestern gestorben waren, musste sie deren Platz einnehmen und den König von Neapel, Ferdinand IV., heiraten. Die arrangierte Ehe diente der Bindung der beiden Königshäuser, doch Maria Karolina war anfangs nicht glücklich.
Laut einem Vertrag sollte sie einen Sitz im Staatsrat erhalten, sobald sie einen Stammhalter zur Welt gebracht hatte. Maria Karolina war intelligent und willensstark und nutzte diese Position, um sich politisch zu engagieren.
Insgesamt brachte sie 18 Kinder zur Welt, wodurch ihre Position in Italien weiter gefestigt wurde. Denn die vielen Kinder waren kein Zufall, sondern Teil ihrer Politik – diese Strategie hatte sie von ihrer Mutter, Maria Theresia von Österreich, übernommen. Maria Karolina heiratete ihre Kinder geschickt in europäische Herrscherhäuser ein.
Nachdem ihre Schwester Marie Antoinette in Frankreich hingerichtet worden war, breitete sich ihr Hass gegen das Land, die Revolutionäre und schließlich gegen Napoleon immer weiter aus. Sie war die treibende Kraft hinter der Vereinigung der italienischen Länder, um Napoleon die Stirn zu bieten.
Im Kampf gegen ihn schreckte sie vor keiner Intrige zurück und setzte jedes Mittel ein. Ihr Kampfgeist und ihre Macht brachten ihr den Beinamen „die gefährlichste Frau Europas” ein.
Maria Karolina wurde in eine arrangierte Ehe gegeben, was sie zunächst unglücklich machte. Doch dann entdeckte sie ihre Liebe zur Politik und zur Macht. Sie legte sich mit den größten Mächten Europas an.
Ihre Methoden waren umstritten und letztlich musste sie ins Exil nach Wien gehen. Dennoch war sie eine wichtige Figur zur Zeit der Revolutionen in Europa.
Literaturhinweise:
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